Foto von Julia mit weißer Kapuze und pink farbener Windjacke

Gute Frage! Du bist in bester Gesellschaft, wenn du diesen Artikel liest und du eine Antwort auf diese Frage möchtest. Auch ich frage mich von Zeit zu Zeit warum ich das tue was ich gerade tue. Nicht weil ich nicht überzeugt bin, ich denke viel mehr, dass es etwas mit Reflektieren zu tun hat. An Überzeugung fehlt es mittlerweile nicht mehr, aber das war ein Prozess.

Um diese Frage zu beantworten muss ich ein bisschen ausholen, keine Sorge, ich versuche den Bogen so zu spannen, dass ich am Ende dann wieder die Kurve kriege und du hoffentlich kein Fragezeichen mehr hast.

Bald wird alles ganz toll

Ich habe mich lange gefragt warum mir immer wieder gewisse Dinge passieren, wann denn endlich das Leben beginnt auf das ich mich jeden Tag freuen werde. Ja das klingt ein bisschen düster und es kostet mich gerade auch einiges an Überwindung das so offen zu schreiben. Ich hatte das Gefühl auf den Startschuss für mein Leben zu warten. Nach jedem Tiefpunkt, nach jeder Herausforderung sagte ich mir geht es dann bestimmt bald los und alles wird ganz toll. Trotz dieser Gedanken hatte und habe ich immer noch eine besondere Eigenschaft, ich kann Dinge genießen und mich über Kleinigkeiten freuen. Das hat mich über Wasser gehalten und egal was passiert ist, ich habe gekämpft.

Aber irgendwann kam der Punkt an dem ich es satt eine Kämpferin zu sein, ich hatte es satt, dass andere mich bewunderten für das was ich geschafft und überstanden hatte. Was „ganz toll“ bedeutet wusste ich allerdings gar nicht so richtig. Ich wusste nur, dass ich glücklich sein will und es dann schon fühlen würde, wenn es so weit ist.

Naja, das funktioniert so aber wohl eher nicht – zumindest komme ich schön langsam dahinter, dass das keine gute Taktik war. Versteh mich nicht falsch, ich saß nicht rum und habe auf das Glück gewartet und nur gejammert, aber ich hatte eine bestimmte Sicht auf die Dinge und hauptsächlich Angst vor dem was kommen wird. Obwohl es doch eigentlich „ganz toll“ werden sollte!

So jetzt spanne ich den Bogen! Das so schreiben zu können bedeutet, dass sich etwas verändert hat, dass ich etwas verändert habe.

Damit sich etwas ändert musst du etwas verändern!

Seit Jahren weiß ich tief in meinem Innersten, dass mich ein Bürojob, ein anonymes Rad in einer Firma zu sein in der die anderen entscheiden, Geld und Ruhm verdienen, nicht das ist was mich glücklich machen wird. Es gab einige Ideen, die ich verwarf, weil sie nicht gut genug waren oder ich noch nicht so weit war – wer weiß das schon. Im Herbst 2018 beschloss ich jedoch endlich los zu legen. Schluss mit dem „ich würde gerne“, „ich hätte da eine Idee“ und dem „das könnte vielleicht funktionieren“. Das wird funktionieren!

Just do it und Offenheit für alles was kommt

Endlich war mir klar, dass egal wie, es wird irgendwie funktionieren. Der Schlüssel liegt darin los zu legen – just do it! – und offen zu sein für alles was mir auf dem Weg begegnet. Seitdem ich beschlossen habe diesen Schritt zu gehen spüre ich tatsächlich wieder Lebensenergie. Und das obwohl es alles andere als gut läuft. Wobei das nicht so ganz stimmt, zumindest wenn man rein das Startup betrachtet. Das läuft eigentlich gut, ich muss ab und zu nur ein wenig entspannen und darf mich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen. Was nicht gut läuft sind jede Menge andere, private Dinge. Und trotzdem habe ich endlich das Gefühl, dass es „ganz toll“ läuft.

Ein eigenartiges Gefühl, aber ich tue das was ich schon immer tun wollte, meistere Herausforderungen und sehe sie nicht mehr als persönlichen Angriff des Universums gegen mich und bin gespannt auf das was da noch kommt, Gutes, aber auch neue Herausforderungen. Endlich habe ich verstanden, dass man mir nicht sagen will „du bist nichts Wert, deshalb musst du ständig mit so einem Mist zurecht kommen“. Sondern, dass es darum geht, dass ich damit zurechtkomme und einfach nur zum nächsten Level aufbreche. Neues Level = neue Herausforderungen, die es so bislang noch nicht gab.

Es macht mir Mut und spornt mich an

Deshalb ist es mir wichtig nicht einfach nur ein Startup zu gründen, still und heimlich. Ich möchte meinen Weg, meine Geschichte teilen. Vielleicht um anderen Mut zu machen, aber wenn ich ehrlich bin geht es mir doch hauptsächlich um mich – sorry! Es spornt mich an, macht mir Mut und zwingt mich zum Weitermachen, dass ich diesen Blog und den Instagram Account zusätzlich ins Leben gerufen habe.

Ja manchmal frage ich mich, ob das wirklich jemanden interessiert, wenn ich z.B. während meiner Schottlandreise im Schneeregen an den Fairy Pools stehe und fröhlich ein Video drehe. Es kostet ein wenig Überwindung sich so persönlich zu zeigen und nicht jeder wird es gut finden. Aber das ist ok. Ich ziehe daraus die Energie, die ich brauche und bin davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. Mich erreichen so viele positive Nachrichten, mir wird Mut gemacht und ich habe das Gefühl nicht alleine für meinen Traum zu kämpfen.