zwei Menschen sitzen an einem Holztisch mit Zettel und Stift und besprechen sich

Eines habe ich auf dem Weg gelernt: Mach nicht alles alleine, nimm Hilfe an oder such dir dort Unterstützung wo du selbst nicht deine Stärken siehst! Es gibt viele Unterstützungsmöglichkeiten und
Förderprogramme, eines davon ist das Vorgründercoaching von der IHK. Gefördert werden 70% von den Netto-Beratungskosten. Ich möchte meine Erfahrungen mit dem Vorgründercoaching mit dir teilen.

Voraussetzungen

Vorgründercoaching, das bringt es schon auf den Punkt. Um diese Förderung zu erhalten darf sich dein Unternehmen noch nicht in der Gründung befinden. Es gilt speziell für all diejenigen, die planen zu gründen und dabei Unterstützung benötigen. Aber ein Schlupfloch gibt es dennoch, als Gründung zählt alles im Vollerwerb. Bewegst du dich also wie ich erstmal im Nebenerwerb zu einem angestellten Verhältnis, zählt das noch als Vorgründung und ist förderungsfähig.

Als Nebenerwerb zählt alles das, was weniger Stunden als dein Hauptjob aus macht. Wie viel du im Nebenerwerb erwirtschaftest spielt dabei keine Rolle. Du hast einen 40 Stunden Job und dein Gewerbe kostet dich 7 Stunden die Woche – wunderbar, dann hast du einen Nebenerwerb.

Gründung = Vollerwerb
Nebenerwerb = weniger Stunden als im Angestelltenverhältnis

Das Programm richtet sich an folgende Zielgruppen

  • Gewerbe anmelden: Gewerbliche Selbstständigkeit ist in den nächsten zwölf Monaten geplant und es besteht noch keine gewerbliche oder freiberufliche Haupttätigkeit
  • Nebengewerbe zum Hauptgewerbe ausbauen: Es besteht ein Gewerbe laut Gewerbeanmeldung im Nebenerwerb und dieses soll zum Hauptgewerbe ausgebaut werden.
  • Unternehmensübernahme: Übernahme eines in Bayern ansässigen Unternehmens.
  • Unternehmensbeteiligung: Beteiligung mit mehr als 15 Prozent an einem Unternehmen und Besitz der Geschäftsführungsbefugnis.

Was wird gefördert

Bewilligungsbescheid vom Vorgründercoaching

Gefördert wird die Beratung durch einen zertifizierten bzw. bei der IHK für das Programm zugelassenen Unternehmensberater. Diese sind spezialisiert auf Existenzgründung und Startups und somit Profis wenn es um folgende, förderungsfähige Beratungsthemen geht:

  • Unternehmensführung
  • Investition und Finanzierung
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Controlling
  • Organisation und Informationstechnologie
  • Personal- und Sozialwesen
  • Materialwirtschaft
  • Produktion
  • Marketing/Vertrieb
  • Umwelt/Qualität
  • Standortfrage

Welche Kosten müssen selbst getragen werden

Gefördert werden maximal 10 Beratungstage zu einem Tagessatz von 800,- € netto. 30 % und die Umsatzsteuer müssen selbst getragen werden. Ein bisschen was muss also aus eigener Tasche gezahlt werden, darüber muss man sich vorab bewusst sein.

Mein Tipp: ich habe auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet, durch sie hätte ich keine USt verlangen, aber auch keine Vorsteuer ziehen dürfen. Dank dem Verzicht konnte ich mir die Steuer wieder zurück holen und musste nur 30% selbst zahlen.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass man in Vorleistung gehen muss, erst nach erfolgreich abgeschlossener Beratung und Bezahlung stellt man bei der IHK einen Antrag auf Erstattung der 70 %.

Die IHK entscheidet je nach Antrag wie viele Tage genehmigt werden. Es kann sein, dass es die Förderung in Teilstücken genehmigt wird. In meinem Fall waren das erstmal 4 Tage.

Ablauf des Coachings

Es gibt eine Frist zur Durchführung des Coachings, bis zu diesem Termin muss die Beratung, aber auch die Bezahlung des Beraters abgeschlossen sein. Du hast somit ca. 3 Monate Zeit. Eine Verlängerung ist nur auf Nachfrage möglich und muss von der IHK genehmigt werden.

1.Kostenloses Erstberatungsgespräch mit einem Unternehmensberater.
2. Antrag für das Vorgründercoaching.
3. Genehmigung durch die IHK.
4. Abschluss eine Beratervertrags und Beginn des Coachings.
5. Abschluss des Coachings.
6. Bezahlung.
7. Antrag auf Rückerstattung durch die IHK.
8. Rückerstattung.
9. Ggf. Folgeantrag bei der IHK.

Das Coaching selbst erfolgt entweder in persönlichen Terminen, telefonisch oder per Email. Je nachdem wie es dir lieber ist oder wie kompliziert das Thema ist, dass du mit deinem Coach besprechen möchtest.

Antrag für das Vorgründercoaching

Bevor das Coaching starten kann muss die Förderung bei der IHK beantragt werden. Zusammen mit deinem Unternehmensberater reichst du folgende Unterlagen ein, beim Antrag muss der Berater bereits feststehen.

  • Formular 1 „Zuschussantrag“
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Unternehmenskonzept (kurze Beschreibung)
  • Individueller Maßnahmenplan (welche Themen sollen im Coaching behandelt werden)
  • Ggf. Kopie der Gewerbeanmeldung oder Angaben zu vorhandenen selbstständigen Tätigkeiten

5 Tipps zum Vorgründercoaching

  1. Führe mehrere Erstberatungsgespräche und recherchiere die Berater.
  2. So viel wie möglich selbst machen, sich aber da helfen lassen wo man weniger stark ist.
  3. Plane die Frist für die Beratung ein, bis dahin muss Beratung und Bezahlung abgeschlossen sein, lege Geld für die Vorleistung zurück oder erhöhe deinen Dispo.
  4. Hol dir trotz professioneller Hilfe eine Zweit- oder Drittmeinung ein, umso mehr Menschen den Businessplan durch lesen, umso besser.
  5. Falls dir der fertige Businessplan nur als PDF zur Verfügung gestellt wird, kannst du es mit www.smallpdf.com in ein Word Dokument umwandeln (1 Dokument kostenlos je Tag). Das Ergebnis ist beeindruckend, so kannst du Anpassungen vornehmen, ohne dass du den Unternehmensberater kontaktieren/bezahlen musst. Auch wenn das Coaching zu 70% gefördert wird, 30% + MwSt müssen selbst bezahlt werden, somit kostet dich jeder Kontakt und jede Unterstützung vom Coach Geld.

Meine ganz persönliche Erfahrung

Diese Förderung kann eine tolle Sache sein, wenn man an den richtigen Berater kommt. Ich hatte da leider nicht so viel Glück. Im Erstberatungsgespräch hatte er einen sehr guten Eindruck gemacht, auch in allen persönlichen Gesprächen und am Telefon. Trotzdem gab es immer wieder unnachvollziehbare Missverständisse, schlechte Kommunikation und ich hatte leider anstatt ein besseres, beruhigtes Gefühl ein sehr ungutes mit vielen Fragezeichen.

Um Geld zu sparen hatte ich bereits einen Businessplan erstellt und diesen dann zum Berater geschickt. Viele meiner offenen Fragen blieben trotzdem unbeantwortet. Zwar hat er den Businessplan in eine andere Form gebracht und ein paar Grafiken eingebracht, an die ich nicht gedacht hätte, dennoch bin ich mir nicht sicher wie viel Vorteil mir das letztendlich gebracht hat.

Bezüglich der Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung hat es sich aber gelohnt, ich habe so eine übersichtliche Aufstellung erhalten, die ich im Internet so nicht gefunden habe, bzw. oft überfordert war.

Unterm Strich war es eine Erfahrung, wer weiß wie der Businessplan ohne ankommen würde und ich weiß nun, dass ich zukünftig genauer darauf achten muss, wenn ich für Leistungen bezahle, wie diese abgerechnet werden. Meine Vermutung ist leider, dass Herr Gottwald von xGap einfach das abgerechnet hat, was die IHK genehmigt hat. Gut, dass das erstmal nur 4 Tage waren! Den Folgeantrag habe ich zwar noch zu Hause, bis jetzt ist er aber nicht abgeschickt und ich glaube dabei bleibt es auch.

Zuverlässige Unternehmensberatung in München

FASP Wirtschaftsberatungsgesellschaft mbH

Nützliche Links

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