Georgina auf einer Wiese

Georgina Storm ist 28 Jahre alt und lebt in Hamburg. Sie ist die Gründerin von WILL FEMIN, einem Taschen Label das vor allem für Klarheit und Funktionalität steht. Georgina liebt Design und Ästhetik, auch im Privaten. In ihrer Freizeit geht sie gerne Joggen, bewegt sich in der Natur und ist leidenschaftlicher Veggie. Seit 2019 ist sie selbstständig.

1. Mit welcher Idee hast du dich selbstständig gemacht und was war deine Motivation?

Ich habe 2019 das Taschen Lable WILL FEMIN gegründet. Eine Mischung aus William (männliches Attribut) und Feminin (weiblich). Es war mir sehr wichtig einen Namen zu wählen der für alle Geschlechter steht. Wir designen und produzieren funktionale Business Taschen und smarte Citybags, zum Beispiel Laptoptaschen, Clutches oder auch Cross Body Taschen. Alles Taschen, die täglich im Einsatz sein können. Ich arbeite vor allem für Freiheit, Selbstgestaltung und Selbstverwirklichung, alles was in einer Selbstanstellung bei mir zu kurz kam. Mit WILL FEMIN möchte ich meine Affinität zu Design und klaren Formen leben und vor allem zeigen, was es bedeutet transparent zu arbeiten. Die Lust etwas schönes, nachhaltiges zu kreieren treibt mich jeden Tag an.

Meine Vision ist selbstbestimmtes Arbeiten. Ich würde gerne eine kleine organisch wachsende Arbeits-wohlühl-Oase mit unserer Unternehmung schaffen. Für die Kollegen und für mich – die idealste Work-life-integration quasi

Georgina Storm

2. Hast du auf Risiko oder Sicherheit gesetzt – also gleich Vollzeit oder zuerst Nebenerwerb?

Für mich ist Sicherheit ein wichtiger Faktor und es war ein kleiner Prozess bis ich mich dazu entschieden habe ganz für WILL FEMIN da zu sein. In meiner letzten Festanstellung habe ich das Label bereits gegründet und da natürlich viel abends und an den Wochenende daran gearbeitet. Mit meinem damaligen Arbeitgeber habe ich immer wieder offen kommuniziert und dann irgendwann auf eine 4-Tage Woche gewechselt. Nach 6 Monaten habe ich mich dann dazu entschlossen WILL Femin in Vollzeit und mit voller Konzentration zu machen.

Ich habe aber immer wieder die Möglichkeit freie Jobs zu machen, was ich auch mache, vor allem um die Lebensunterhaltungskosten abzudecken. Dabei geht es um Online Marketing (Konzeption und Pitchbegleitung), hauptsächlich für Agenturen und häufiger auch Startups. In meinem Fall ist das gut möglich und ich kann es auch nur empfehlen, wenn man die Chance hat. Es gibt mir Sicherheit und dann kann ich mich umso mehr in alle Projekte rund um WILL FEMIN kümmern.

3. Wie sieht deine Morgenroutine aus?

Bei mir klingelt um 7.00 Uhr der Wecker. Als erstes checke ich meine Emails und beantworte schon einige aus dem Bett heraus. Damit habe ich dann schon einiges erledigt und erst mal den Kopf frei, um mir Zeit für mich zu nehmen. Ich versuche jeden Morgen 30 Minuten Joggen zu gehen, das pustet mich ordentlich durch und bringt meinen Kreislauf so richtig in Schwung. Dabei denke ich an alles mögliche: Privates, Ideen, Business. Für mich bedeutet Gründerin sein, dass sich Arbeits- und Privatwelt vermischen und das finde ich toll. Eine klare Linie kann man meiner Meinung nach nicht wirklich ziehen, daher genieße ich das Zusammenspiel einfach. Ich liebe es morgens Ingwertee zu trinken und starte dann mit einer frisch aufgebrühten Kanne in den Arbeitstag.

4. Was wolltest du als Kind werden?

Sehr lange Tierärztin. Das war mein absoluter Traum, jeden Tag mit Tieren verbringen.

5. Wer oder was motiviert dich?

Natürlich am meisten meine Vision und die Tatsache, dass ich jeden Tag das machen darf, was mir Spaß macht. Das ist für mich die größte Motivation. Mit meiner Co-Founderin Antonia Eggers habe ich einen Stammtisch ins Leben gerufen, damit sich in Hamburg Gründerinnen besser vernetzen und austauschen können. Das fehlt hier sehr, alles was in Berlin passiert, passiert hier leider nicht. Das Gefühl habe ich zumindest. Daher freuen wir uns sehr, wenn sich Gründerinnen aus Hamburg melden und vernetzen wollen. Mein Netzwerk ist die zweit große Motivation für mich.

Der Female Founder Caring Table: dazu gibt es noch keinen Link. Wir eröffnen bald einen Instagram-Kanal, gerade können uns Interessierte sonst sehr gern über LinkedIn anschreiben: https://www.linkedin.com/in/georgina-st-788915192/ 

6. Auf was könntest du nicht verzichten?

Für mich ist Bewegung sehr wichtig. Das muss nicht immer Joggen sein, sondern kann auch sich zu strecken und zu dehnen bedeuten. Auch kleine Bewegungen lassen mich spüren, dass ich lebendig bin, was mir extrem wichtig ist. Außerdem meine Familie, gerade in der Gründungsphase und bei der Entscheidung WILL FEMIN in Vollzeit zu machen und meinen festen Job aufzugeben, war die Unterstützung und der Zuspruch meiner Familie sehr wichtig für mich. Dafür bin ich sehr dankbar, es ist doch noch mal was anderes, wenn die Familie hinter einem steht.

7. Was bringt dich auf die Palme?

Ich bin relativ gelassen und lasse mich nicht schnell auf die Palme bringen, das ist definitiv einer meiner Stärken. Auch wenn es um komplizierte Themen oder Gespräche geht, lasse ich mich selten aus der Ruhe bringen. Wenn es darum geht, dass ich oder meine Ideen ungerecht behandelt werden, dann kann ich auch aus der Haut fahren. Das dauert allerdings ein bisschen.

8. Was war die größte Herausforderung auf deinem Weg?

Für mich war von Anfang an klar, dass ich WILL FEMIN nicht alleine machen möchte. Es war eine große Herausforderung einen Partner zu finden. Mit Antonia habe ich aber die perfekte Ergänzung gefunden, jede von uns bringt genau das mit, was die andere nicht hat. Sie unterstützt mich dabei eine klare Struktur zu etablieren und alle Themen zu organisieren. Abzugeben war für jemanden wie mich, den man wohl Perfektionistin nennen kann, sehr schwer. Mittlerweile bin ich darin gut und kann auch loslassen, Themen woanders platzieren, wo sie besser aufgehoben sind.

9. Was rätst du anderen, die sich selbstständig machen wollen?

Für mich war es sehr hilfreich ein Konzept zu schreiben, welches über einen klassischen Business-Plan hinausgeht. Ein Businessplan sagt noch zu wenig über das WHY aus und über dich. Wie sieht es mit dir im Privaten aus, was sind hidden Pläne, wie ist deine kontinuierliche Bereitschaft. Ein Businessplan enthält viel über das Unternehmen, aber wenig über die Person dahinter. Sich mit sich selbst und der Idee, seiner Vision wieder und wieder auseinanderzusetzen, das wäre mein Tipp an alle, die sich selbstständig machen wollen.

Ich habe viel ausprobiert, was das Design angeht und nach den richtigen Partnern gesucht. Erst als ich absolut von dem Produkt überzeugt war, habe ich den Schritt in die Gründung gewagt und das hat sich für mich ausgezahlt. Wir arbeiten immer noch viel an unserem Design und probieren auch andere Materialien aus, aber das Konzept steht und darin entwickeln wir uns weiter.

Es muss nicht alles perfekt sein wenn man anfängt, aber man muss von dem was man machen möchte absolut überzeugt sein.

Georgina Storm

Ich habe außerdem gelernt, dass es wichtig ist alle Steine, die einem in den Weg gelegt werden, so zu nehmen wie sie sind. Und sich davon nicht abschrecken zu lassen, sondern, die Erfahrung, die man sammelt zu schätzen. Dann bringt jeder Stein auch etwas Gutes.

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren, wie geht es weiter bei dir?

Ich finde diese Frage immer sehr schwer zu beantworten, weil in 5 Jahren natürlich viel passieren kann. Aber auf jeden Fall sehe ich uns in einem Studio mit einem Team. Darauf freue ich mich schon sehr, zu sehen wie wir wachsen. Ein Studio ist ein großes Ziel für das nächste Jahr, damit wir auch Lagermöglichkeiten haben und auch in kleinen Teilen Produzieren können. Wir wollen auf jeden Fall wachsen und unsere Märkte erweitern.

11. Ein typischer …-Satz:

Ich weiß nicht wie das geht, ich glaube ich kann das. – Astrid Lindgren