Interview mit Jacqueline Rott, sie steht vor einem Pferd auf einer grünen Wiese

Jacqueline ist 25 Jahre jung und angehende Psychologin. Neben ihrem Vollzeit-Masterstudium arbeitet sie seit 2020 freiberuflich als Trainerin für Stressmanagement und pferdegestützter Coach im Münsterland: www.psychologie-mit-jacqueline.de. Pferde sind seit ihrer Kindheit ihre größte Leidenschaft. Mit der Ausbildung zum pferdegestützten Coach erfüllte sie sich den Traum auch beruflich mit Pferden arbeiten zu können und ihren zukünftigen Beruf als Psychologin mit ihrer Leidenschaft für die Pferde zu vereinen.

1. Mit welcher Idee hast du dich selbstständig gemacht und was war deine Motivation?

Ich war immer ein Mensch, der höher, weiter und schneller wollte. Ich wusste, dass ich jedes Ziel erreichen kann, wenn ich nur hart genug dafür arbeite. Dabei handelte ich ohne Rücksicht auf meinen Körper und meine Gesundheit. Ich studierte in Vollzeit Psychologie, arbeitete nebenher ca. 15h/Woche, hatte Klavierunterricht, war bis zu fünf Tage in der Woche am Stall bei den Pferden, machte mindestens viermal die Woche Kraftsport, pflegte darüber hinaus eine Beziehung und den Kontakt zu Freunden. Durch gute Organisation hat all das am Anfang sehr gut funktioniert und ich habe meine Ziele erreicht. Doch irgendwann machte mir dann mein Körper einen Strich durch die Rechnung: beidseitige Sehnenscheidenentzündung bzw. Repetitive Strain Injury Syndrom.

Geleitet durch negative Glaubenssätze ignorierte ich den Schmerz zunächst und machte weiter wie bisher. Irgendwann war der Schmerz jedoch so groß, dass ich gezwungen war, Pause zu machen. Zu diesem Zeitpunkt war es jedoch schon zu spät. Vier Wochen Regeneration reichten nicht aus. Ich war an einem Punkt angekommen, an dem ich nie ankommen wollte. Abhängig von anderen Personen und in meiner Handlungsfähigkeit völlig eingeschränkt. Ich lernte in dieser Zeit, dass die Gesundheit unser wertvollstes Gut ist. Ich lernte, die kleinsten Zeichen meines Körpers wahrzunehmen und auf diese zu reagieren. Seit ich dies tue, geht es steil bergauf. Ich werde nach stressigen Phasen nicht mehr krank, habe seltener Kopfschmerzen, weniger Probleme mit meinen Armen und gelange nach und nach zu meiner vollen Leistungsfähigkeit zurück. Letztlich hätte ich meine Ziele schneller erreicht, wenn ich schon eher einen Gang zurückgeschaltet und auf die Zeichen meines Körpers gehört hätte. Und genau dort wollte ich ansetzen. Ich wollte andere Menschen davor bewahren, die gleichen Fehler wie ich zu begehen. Ich machte eine Ausbildung zur Trainerin für multimodales Stressmanagement, um Menschen dabei zu unterstützen, sich wieder mehr mit ihrem Körper zu verbinden. Denn dieser sagt uns in der Regel ganz genau, was uns gut tut und was nicht. Stress muss nicht unser Feind sein. Stress kann auch unser Freund sein und uns in Topform verhelfen.

 

2. Hast du auf Risiko oder Sicherheit gesetzt – also gleich Vollzeit oder zuerst Nebenerwerb?

Ich studiere Vollzeit den M. Sc. Psychologie an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster und versuche mir parallel im Nebengewerbe meine Freiberuflichkeit aufzubauen.

3. Wie sieht deine Morgenroutine aus?

Ich habe keine feste Morgenroutine. Nach Möglichkeit versuche ich mir meine fixen Termine erst ab 10:00 Uhr einzuplanen, sodass ich vorher Zeit habe, mich in Ruhe fertig zu machen, zu frühstücken und einfach das zu tun, was mir gerade gut tut. Es kann sein, dass ich lese, meditiere oder Yoga mache. Es kann aber auch sein, dass ich mich direkt an den Schreibtisch setze und etwas für mein Business oder für die Uni erledige. Ich versuche darauf zu achten, was sich in dem jeweiligen Moment für mich richtig anfühlt und dem nachzukommen, was mein Körper braucht.

4. Was wolltest du als Kind werden?

Als Kind wollte ich immer Tierärztin werden. Ich hatte schon immer ein Herz für Tiere und eine Leidenschaft für Pferde. Letztlich konnte ich mich aber nicht mit dem Gedanken anfreunden, Tiere einschläfern oder zu operieren müssen. Nun freue ich mich die Leidenschaft für die Pferde mit dem Beruf der Psychologin als pferdegestützter Coach vereinen zu können.

5. Wer oder was motiviert dich?

Ich habe ein inneres Bestreben nach Wachstum und Weiterentwicklung. Das treibt mich an. Motiviert werde ich dabei aber auch insbesondere von meinem Freund, der mich in meinem Handeln bestärkt und unterstützt.

6. Auf was könntest du nicht verzichten?

Gutes Essen 😀

7. Was bringt dich auf die Palme?

Ich bin normalerweise sehr gelassen und eher ruhig. Daher bringt mich eher wenig auf die Palme. Aber wenn ich hungrig bin, kann ich schon mal zickig werden.

8. Was war die größte Herausforderung auf deinem Weg?

Definitiv der Umgang mit meiner Sehnenscheidenentzündung. Nicht mehr so zu können, wie ich wollte und plötzlich auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, fiel mir schwer und hat mich so manches Mal an meine Grenzen gebracht. Letztlich hat es mir aber auch geholfen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Meine Gesundheit. Und ich habe darüber hinaus gelernt, Verantwortung abzugeben und um Hilfe zu bitten, wenn es nicht anders geht. Noch dazu war die Sehnenscheidenentzündung wohl der Ausgangspunkt meines ersten Herzensbusinesses ❤

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9. Was rätst du anderen, die sich selbstständig machen wollen?

Einfach losgehen und machen! Meistens begrenzen wir uns im Kopf, denken über unsere Träume und Visionen nach, aber kommen nicht in die Umsetzung. Letztlich können wir unsere Träume aber nur verwirklichen, wenn wir auch entsprechend handeln.

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren, wie geht es weiter bei dir?

In fünf Jahren werde ich mein Studium abgeschlossen haben und selbstständig sein. Ich werde mein Dülmener Wildpferd Duke zu einem zuverlässigen Coachingpferd ausgebildet haben und freue mich darauf mit ihm auf Shows aufzutreten und auf Messen das pferdegestützte Coaching bekannter zu machen. Neben meinen 1 zu 1 Coachings und Kursen im Bereich multimodales Stressmanagement, Autogenes Training und Resilienztraining für Privatpersonen, werde ich zukünftig vor allem Selbstständige unterstützten und sie hin zu mehr Gelassenheit und in den Flow begleiten. Es wird eine Mastermind-Gruppe für angehende Stresstrainer und pferdegestützte Coaches geben und vielleicht bin ich in fünf Jahren auch schon so weit, dass ich meine erste eigene Ausbildung anbiete. We will see!

11. Ein typischer …-Satz

Aber das Positive daran ist ….

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