Jenni lebt in Berlin, ist 35 Jahre alt und hat mit gitti ein Start-up gegründet, dessen Ziel es ist die Nagellackindustrie zu revolutionieren. Die meiste Zeit verbringt Jenni damit über die Optimierung der wasserbasierten, veganen Nagelfarbe nachzudenken, ansonsten meditiert sie gerne und geht zum Yoga oder Pilates. Jenni ist leidenschaftlicher Brokkoli-Fan und liebt alles, was veggie ist.

1. Mit welcher Idee hast du dich selbstständig gemacht und was war deine Motivation?

Ich habe 2019 gitti gegründet, ein Start-up, welches sich mit der Herstellung von nachhaltigem, veganem Nagellack beschäftigt. Also mit gitti Nagelfarbe, wie wir die gitti Produkte nennen. Die Idee dazu hatte ich tatsächlich sehr spontan, als ich mit der Frage konfrontiert wurde, was ich machen würde, wenn ich keine Angst hätte. Ich dachte an Glitzernagellack und habe recherchiert, sehr lange und sehr intensiv. Mir war klar, dass ich ein innovatives Produkt launchen will, wenn es soweit ist. Meine Motivation ist es Nagellack besser zu machen für die Menschen, die Gesundheit und die Umwelt.

2. Hast du auf Risiko oder Sicherheit gesetzt – also gleich Vollzeit oder zuerst Nebenerwerb?

Ich habe direkt in Vollzeit gestartet, anders wäre es nicht möglich gewesen. Das war natürlich ein Risiko, aber ich muss dazu auch sagen, dass ich mir natürlich sehr gut überlegt habe, ob ich mir das leisten kann. Ich bin ein totaler Bauchmensch und habe von heute auf morgen meinen Job gekündigt, um was Neues zu starten. Aber für mich war klar, dass sich damit auch mein Leben verändern würde und ich auf Dinge verzichten muss. Dass man sich das bewusst macht finde ich sehr wichtig und dass man auch klar und transparent darüber spricht und sich informiert. Für mich war der Schritt in die Selbstständigkeit genau das Richtige, aber wie heißt es so schön in Köln (wo ich studiert habe): jeder Jeck ist anders. Es kommt wirklich sehr auf die Umstände an.

Inzwischen arbeite ich mit 9 Mitarbeitern und zusätzlich mit einigen Freelancer zusammen, alles Frauen 😉

3. Wie sieht deine Morgenroutine aus?

Ich bin ein absoluter Morgenmensch und Frühaufsteher, deshalb bin ich zwischen 5 und 6 Uhr wach und zwar hellwach. Dann übe ich Yoga und meditiere. Bevor ich mit meinem Mann frühstücke versuche ich die für mich „schwierigste Aufgabe des Tages“ zu erledigen. Das kann eine Entscheidung sein, die ich treffen muss oder eine Nachricht, die ich überbringen muss, meistens eine Aufgabe, die man lieber vor sich herschiebt. Danach habe ich ein gutes Gefühl und kann in Ruhe mit meinem Mann frühstücken.

Dann mache ich mich auf den Weg ins Büro, wo ich meistens die erste bin, da ich schon so früh unterwegs bin.

4. Was wolltest du als Kind werden?

Springreiterin. Ich war auch lange in diesem Sport aktiv, aber zu einer Profi-Karriere hat es leider nicht gereicht 😉

5. Wer oder was motiviert dich?

Mich motiviert unsere Mission die Beauty Industrie nachhaltig zu revolutionieren. Das steht bei allem was wir tun und was ich tue an oberster Stelle. Jeden Tag zu sehen, wie mein ganzes Team und ich daran arbeiten unser Produkt noch besser zu machen finde ich wirklich grandios. Jede Idee, die wir haben, bringt uns ein Stück weiter.

6. Auf was könntest du nicht verzichten?

Sehr wichtig für mich ist der Austausch mit meiner Familie, meinem Mann und meinen Freunden. Darauf könnte ich nicht verzichten. Und auf Brokkoli, ich esse wirklich fast jeden Tag Brokkoli.

Lieblings Brokkoli Rezept: gedünsteter Brokkoli mit Tahini und Sesam (vergleichbares Online Rezept: https://wellcuisine.net/rezepte/hauptgerichte/4128-geroesteter-brokkoli-mit-tahini-sauce )

7. Was bringt dich auf die Palme?

Ich bin ein sehr gelassener Mensch und versuche viele Dinge mit Humor zu sehen. Wenn mich richtig was die Palme bringt sind das Menschen, bei denen ich nicht weiß woran ich bin. Die nicht geradeaus kommunizieren, sondern um den heißen Brei herumreden.

8. Was war die größte Herausforderung auf deinem Weg?

Auf dem bisherigen Weg gab es sehr viele Herausforderungen, ich glaube die Masse macht es dann aus und lässt die ganze Unternehmung zu einer Herausforderung werden. Abgesehen von der Produktentwicklung, das war wirklich die größte Herausforderung, da ich mir zum Ziel gesetzt habe eine echte Innovation auf den Markt zu bringen. Ein Labor zu finden, das bereit ist da zu unterstützen war sehr schwierig. Für mich sind aber auch die täglichen Stolpersteine wichtig, weil wir dabei lernen und uns verbessern können.

9. Was rätst du anderen, die sich selbstständig machen wollen?

Ich glaube es ist wichtig einen Plan zu haben und genau zu wissen, was man vorhat. Dazu kann man sich natürlich immer Hilfe holen. Das sollte auch immer in Anspruch genommen werden, da es sicher Dinge gibt von denen andere mehr verstehen als man selbst. Und nach Hilfe zu fragen ist völlig ok.

Sei dir deiner Stärken und Schwächen bewusst, nimm Hilfe an oder frag nach Hilfe, das ist völlig ok.

Jenni Baum-Minkus, Gründerin von gitti

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren, wie geht es weiter bei dir?

Wir haben ganz klar das Ziel die Beautyindustrie zu revolutionieren, zu verändern: mit besseren Produkten für unsere Kunden*innen und unsere Umwelt. Wir arbeiten jeden Tag daran neue Wege zu gehen, unser Produkt noch weiter zu verbessern. Wir haben in diesem Jahr ein neues Produkt vorgestellt – einen 100% natürlichen Nagellack Entferner, der auf die Stoffe verzichtet, die herkömmlichen Nagellackentfernern enthalten sind, der nicht mehr stinkt und die Nägel pflegt statt sie auszutrocknen. Wir werden unsere Produktpalette noch erweitern und vor allem weiter entwickeln.

11. Ein typischer …-Satz:

Das kriegen wir schon hin!

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