Julia mit verschränkten Armen und einer schwarzen Mütze

Juliane ist 33 Jahre alt und lebt seit 10 Jahren in der Hauptstadt. Wenn sie gerade nicht ihre volle Energie für ihr Eventbusiness PlantNight investiert, findet man sie vermutlich bei einem der neuesten Food Hotspots der Stadt oder auf der Tanzfläche der angesagtesten Berliner Clubs. Für ihr eigenes Business hat sie ihren Silicon Valley-Job an den Nagel gehangen – selber machen ist doch einfach das Beste!

1. Mit welcher Idee hast du dich selbstständig gemacht und was war deine Motivation?

Die Idee hinter PlantNight ist folgende: wir bringen Menschen in Workshops zusammen, die kreativ sein möchten und mit ihren Händen etwas Eigenes gestalten wollen. Dabei dreht es sich in verschiedensten Formaten rund um das Thema Pflanzen. Unsere Kurse finden aktuell in 15 deutschen Städten statt und wir bringen täglich hunderte Menschen zusammen, die gemeinsam unterhaltsame Abende verbringen, gleichzeitig etwas Neues lernen und am Ende etwas selbst gebasteltes mit nach Hause nehmen können. Ich glaube damit haben wir einen wirklichen Einfluss auf die Freizeitgestaltung der Deutschen. Und es ist ein unfassbar tolles Gefühl von unseren Teilnehmern und Workshopleitern zu hören und zu lesen, wie viel Freude sie an unseren Workshops haben.

2. Hast du auf Risiko oder Sicherheit gesetzt – also gleich Vollzeit oder zuerst Nebenerwerb?

Gestartet bin ich ursprünglich mit meinem Side-Business Blumenmädchen. Vor 5 Jahren habe ich mir das erste Mal einen Blumenkranz gebunden und das dann aufgrund von super Feedback zum Workshop-Format entwickelt. Die Idee mit Pflanzen in Workshops zu arbeiten gab es also schon lange. Vor zwei Jahren haben Aimie und David dann einen Co-Founder für PlantNight gesucht, was natürlich die perfekte Gelegenheit war: ich konnte meine Idee weiterentwickeln und in super viele Städte bringen. Ich hatte als Gründerin von einem neuen Vertical von ArtNight glücklicherweise eine große Sicherheit und war in der Luxus-Situation nie Existenzängste haben zu müssen. Trotzdem ist es eine krasse Entwicklung und Umstellung: vom Silicon Valley-Job im erlernten Arbeitsumfeld, zur Gründerin mit super vielen neuen Themen und Verantwortungen. Das gibt aber auch die Chance immer Neues zu lernen und sich auch persönlich immer weiterzuentwickeln.

3. Wie sieht deine Morgenroutine aus?

Meine Morgenroutine – quick and dirty! Ich bin ein absolut schlechter Aufsteher, von daher bin ich da ganz schlecht in Morgen-Habits, dass ich zum Beispiel laufen gehe oder sowas, dafür bewundere ich auch Aimie so extrem. Ich stehe auf, gehe ruckizucki ins Bad und bin in 30-40 Minuten aus dem Haus. Jede Minute Schlaf ist für mich Gold wert! Und ich nutze auf jeden Fall die 30-40 Min in der U-Bahn um den Tag vorzubereiten und ein paar Sachen im Kopf schon durchzuspielen.

4. Was wolltest du als Kind werden?

Bestimmt etwas mit Tieren, wie jedes kleine Mädchen. Aber es gab nicht wirklich einen Kindheitstraum. Wobei mich Medizin schon immer fasziniert hat, ich hatte aber einen unheimlichen Respekt vor diesem Studium.

5. Wer oder was motiviert dich?

Ich habe eine super große intrinsische Motivation, weil ich es liebe Leute mit dem zu begeistern, was ich tue und sie von meinen Ideen zu überzeugen. Außerdem will ich Kritikern gerne das Gegenteil beweisen und habe sehr viel Freude daran zu erzählen, wie gut sich PlantNight entwickelt.

6. Auf was könntest du nicht verzichten?

Ich liebe es gerade in Berlin zu leben und kann mir keinen Ort vorstellen, an dem ich gerade lieber leben möchte. Ich hab mir mein Leben hier seit 10 Jahren aufgebaut und bin unfassbar dankbar für meine Freunde, die ich hier habe und auch mein berufliches Umfeld macht mich gerade sehr glücklich.

Außerdem spielt Musik eine große Rolle für mich – die höre ich den ganzen Tag, auch wenn ich am Schreibtisch sitze tauche ich in meine Lieblingsbeats ein.

7. Was bringt dich auf die Palme?

Ignoranz und Egoismus – im Beruflichen, Privaten oder im Öffentlichen. Wenn ich Situationen erlebe, in denen ich sehe, dass etwas absolut nicht korrekt abläuft, oder in denen Menschen ignorant sind, da hab ich ein ganz inniges Bedürfnis das anzusprechen und richtigzustellen.

8. Was war die größte Herausforderung auf deinem Weg?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auf meinem beruflichen Weg vor keine unlösbare Aufgabe oder Hürde gestellt wurde. Was mich im Nachgang ein bisschen geärgert hat ist, dass man so planlos von der Schule in ein Studium startet und erst durch viel Stolpern und wieder Aufstehen erkennt, wer man ist und wo die eigenen Stärken wirklich liegen. Aber das ist vermutlich der ganz normale Gang durchs Leben, oder? Meine Mentalität ist auch eher – challenge accepted, als wo ist der Weg mit dem leichtesten Widerstand. Und die wirklichen Herausforderungen im Leben sind mir bisher eher im privaten Umfeld begegnet. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und kann meine Emotionen nicht immer vor der Bürotür abstreifen. Das gelingt mir nicht immer und das wäre auch nicht ich. Aber ich habe und hatte zum Glück immer ein tolles Kollegium, auf das ich auch in diesen Momenten zählen kann.

9. Was rätst du anderen, die sich selbstständig machen wollen?

  1. Horch wirklich in dich rein! Bist du der Typ für Selbstständigkeit? Das bedeutet nämlich unfassbar viel Selbstdisziplin, Verzicht und auch sich selbst mal einen Tritt in den Allerwertesten geben zu müssen. 
  2. Such dir die richtigen Leute – denn ihr werdet viel zeit miteinander verbringen und die ist nicht immer nur harmonisch! 
  3. Sharing ist caring – sei kein Einzelkämpfer. Behalte Ideen nicht immer nur für dich, teile sie mit anderen und hol dir ganz viel Feedback ein.

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren, wie geht es weiter bei dir?

Ich werde mich auf jeden Fall die nächsten Jahre weiterhin mit PlantNight beschäftigen. Unsere Reise ist definitiv noch lange nicht vorbei, wir haben noch einiges vor! Wir wollen zum Beispiel noch in weitere Länder und da werde und möchte ich weiterhin eine leitende Rolle einnehmen.

11. Ein typischer …-Satz:

Das wird schon klappen! Ich bin absoluter Optimist und lasse nichts unversucht, dass wir alles irgendwie hinkriegen – Optimismus ist mein Lebensmotto!

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