Lisa Scheithe vor einer weißen Wand mit einem hellgrauen Pulli, teilweise hochgesteckte Haare

Lisa lebt in München, ist 31 Jahre alt und hat Journalistik/Medienmanagement studiert. Wenn Lisa nicht gerade ihre Zeit in Laufschuhen, auf dem Rennrad oder der Yogamatte verbringt, ist sie gerne draußen in der Natur zum Wandern unterwegs – am liebsten in den Bergen. 2018 hat sie sich mit dem STUDIO hej,liz! selbstständig gemacht. Heute ist sie Brand Designerin, Content Creator und Mentorin von selbstständigen Frauen und Gründerinnen, die erfahren möchten, wie sie durch Produktivität mehr Raum für Kreativität schaffen können. Dieses Jahr hat sie ihr eigenes Label für Papeterie und Schreibwaren gegründet: WYLD &white.

Lisa Scheithe Kalender

1. Mit welcher Idee hast du dich selbstständig gemacht und was war deine Motivation?

In der Selbstständigkeit konnte ich endlich meine Kreativität voll ausleben. Zu Beginn habe ich als „Kreativkopf“ gearbeitet – und war nicht klar positioniert. Ich habe mich ausprobiert und dabei herausgefunden, woran mein Herz hängt: Brand Design und Content Creation – visuell und inhaltlich. Mit der Zeit habe ich mir Arbeitsprozesse geschaffen, mir ein Business nach meinen Vorstellungen kreiert und meine Passion für Produktivität entdeckt. Mein Papeterie-Label WYLD &white ist letztlich durch diese Leidenschaft entstanden. Neben eigenen physischen Produkten wie Kalendern, Journals und Kartensets begleite ich aber nach wie vor gerne Kunden im digitalen Bereich. Neben der Entwicklung von Brand Designs und Content Creation für Instagram gestalte ich auch Workbooks, Magazine und eBooks.

2. Hast du auf Risiko oder Sicherheit gesetzt – also gleich Vollzeit oder zuerst Nebenerwerb?

Volles Risiko. Die Idee zur Selbstständigkeit kam absolut unerwartet. Ich habe in einer PR Agentur gearbeitet und habe beschlossen zu kündigen – ich verspürte einfach den Wunsch den Arbeitgeber zu wechseln. Innerhalb weniger Wochen entschied ich mich dann jedoch, mein eigener Boss zu werden. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht, was für ein Potenzial in mir schlummerte. Heute kann ich dieses voll entfalten und mich selbst verwirklichen. Ich hatte vor zwei Jahren weder Rücklagen noch eine Vorstellung davon, wie meine Zukunft finanziell gesehen aussehen könnte. Ich habe dann einen Businessplan geschrieben und unter anderem mit Hilfe eines Gründungszuschusses mein Business aufgebaut.

3. Wie sieht deine Morgenroutine aus?

Morgens ist meine produktivste Zeit. Deshalb stehe ich gerne früh auf. Mein Wecker klingelt im Normalfall um 05:00 Uhr. Danach mache ich mich kurz frisch und richte mir eine heiße Zitrone mit Ingwer her. Den warmen Tee trinke ich dann nach einer kurzen Yogaeinheit und während meiner Journaling-Session mit Kopfhörern und sanfter Musik auf meinen Ohren. So oder so ähnlich sieht mein idealer Morgen aus, wenn ich meinen Arbeitsalltag und mein Leben gesund gestalte. Ich gebe es zu: Gerade in heißen Launch-Phasen überspringe ich diesen Start in den Tag auch mal. Doch tief im Inneren weiß ich, dass mir eine Morgenroutine Energie für den Tag schenkt. Eines sollten wir uns nämlich immer wieder bewusst machen: Es gilt nicht nur, unsere Zeit zu managen – wir sind auch für unsere Energie verantwortlich.

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4. Was wolltest du als Kind werden?

Ich meine, als Kind habe ich mich irgendwo auf einer Bühne gesehen. Ich habe gerne gesungen, getanzt und bin in Musicals aufgetreten. Während der Jugend war die Matte mein Zuhause, denn ich war Cheerleader aus Leidenschaft. Ich bin dann zwar andere Wege gegangen, aber ein Plan ist definitiv aufgegangen: Ich bin Künstlerin geworden.

5. Wer oder was motiviert dich?

Ich ziehe ganz viel Motivation aus den Gesprächen mit anderen – das können Mentoren, aber ebenso Netzwerkkontakte sein. Auch mein Label lebt davon. Denn ich kreiere gerne Produkte in Kooperation. Gemeinsam eine Idee zu verwirklichen, das ist wirklich besonders. Aber genauso werde ich von meinen Kunden motiviert, wenn sie ihre Freude und Begeisterung zu meinen Designs mit mir teilen.

6. Auf was könntest du nicht verzichten?

Ganz klar: Post-its und Textmarker!

7. Was bringt dich auf die Palme?

Wenn mein Laptop mich auffordert, ich solle doch bitte Speicherplatz freigeben.

8. Was war die größte Herausforderung auf deinem Weg?

Mein „Scheitern“ 2019 – ich musste vorübergehend meine Selbstständigkeit aufgeben und war für ein Jahr wieder angestellt. Doch ich denke, jedes Scheitern ist auch eine Chance, voranzukommen. Heute weiß ich, dass dieser Schritt raus eine der wertvollsten Richtungen war, die ich mit meinem Unternehmen eingeschlagen habe. Dieser Blick von außen hat mich einiges gelehrt und ich bin daran gewachsen.

Während der projektbasierten Anstellung blieb ich in Kontakt zu anderen Selbstständigen. Der Austausch entfachte das Feuer ganz neu in mir. Ich spürte den Wunsch nach Selbstverwirklichung – baute mir Strukturen auf und investierte in meine Finanzbildung. Masterminds, Mentorings und Coachings sind wirklich ganz wertvoll für unser eigenes Vorankommen – wir müssen nicht alles alleine bewältigen. Unterstützung annehmen ermöglicht uns, viel schneller mehr für uns und für andere bewegen zu können.

9. Was rätst du anderen, die sich selbstständig machen wollen?

Sei mutig. Mut lohnt sich – immer!

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren, wie geht es weiter bei dir?

Ich träume davon, meine Marke WYLD &white auszubauen und meine Produkte nicht nur online, sondern auch in Buchhandlungen zu verkaufen. Und ich würde gerne Pop-Up-Stores als Marketing-Instrument einsetzen.

11. Ein typischer …-Satz:

Wer gut plant, hat mehr Zeit für kreative Inhalte, die begeistern.

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