Weltenbummlerin, Digitale Nomadin, Content Creator und Zero Waste Fan – das beschreibt Marion Wagner ziemlich gut.

Auf ihrem Blog Isarleben.de teilt die 34-Jährige zusammen mit ihrem Partner Alexander Budik ihre Vorstellung von einem ortsunabhängigen und glücklichen Leben. Beide haben 2020 ihre Münchner Wohnung aufgelöst und den Sommer im Van als digitale Nomaden verbracht. Immer mit dabei, Hundedame Bounty. Im Moment leben die beiden im Münchner Umland und bereiten sich auf ihr bislang größtes Abenteuer vor. Denn im September kommt ihr erstes Kind zur Welt. Bis dahin fließt jede Menge Energie in ihr Herzensprojekt “Grün und Glücklich”, ein Dankbarkeitstagebuch mit 52 nachhaltigen Tipps.

1. Welchen Traum verfolgst du und was war deine Motivation?

Ich arbeite schon lange als Marketing Managerin & Freelancerin. Wer meinen Blog Isarleben kennt, weiß, dass Bounty, meine kleine Hundedame, fester Bestandteil meines Lebens ist. Als Tierliebhaberin ist der Weg nicht weit zu Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Als wir 2020 unsere Wohnung endgültig gekündigt hatten und als digitale Nomaden losgezogen sind, war das Thema plastikfrei schon ein fester Bestandteil unseres Lebens. Dank Co-Working und Vanlife kamen so viele inspirierende Menschen in mein Leben, von denen ich noch mal jede Menge über Mindset gelernt habe.

Inspiriert von all dem kam die Erkenntnis, dass ein erfolgreiches Leben zu 100 % mit dem eigenen Mindset zusammenhängt. Sogar die eigene Gesundheit profitiert davon. Ich habe mich allerdings gefragt, warum wir bei allen Mindset-Themen immer nur auf uns schauen und nie die Umwelt im Blick haben. So ist die Idee zu “Grün und Glücklich” entstanden. Ein Tagebuch für erfolgreiche Menschen, die es schaffen wollen Dankbarkeit, Glück und Nachhaltigkeit in das eigene Leben zu integrieren.

Mein Traum ist es “Grün und Glücklich” nach der aktuell laufenden Crowdfunding-Kampagne über einen Online-Shop zu vertreiben und es so weiterhin möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.

2. Wie sah dein Weg aus?

Vor 2 oder 3 Jahren habe ich während meiner Festanstellung im Bereich Marketing von einer Kollegin erfahren, die von Bali aus als Freelancer für die Firma gearbeitet hat. Parallel hat sich ein Gespräch mit einem Kollegen aus dem IT-Bereich ergeben. Er hat mir erklärt, wie einfach es heutzutage ist, WLAN überall auf der Welt zu haben und erreichbar zu sein. Seitdem habe ich immer wieder überlegt, wie ich auch losziehen könnte.

Ein Jahr später, pünktlich zum ersten Lockdown, habe ich dann die Kündigung bekommen. Statt um den Job zu trauern, stand sofort fest, dass wir das Leben als digitale Nomaden zumindest auf Zeit testen wollen. Meinen Freund musste ich nicht lange fragen. Er ist selbst als Kind zweisprachig und in allen möglichen Ländern dieser Welt aufgewachsen. Und da wir keine Pläne ohne unsere Hundedame machen, war auch schnell klar, dass wir nicht fliegen werden. Also haben wir uns einen Van geschnappt und sind durch Italien gereist.

Mein Glück war, dass ich schon seit Jahren neben meinem Hauptjob immer wieder für interessante Projekte als Freelancer gearbeitet habe. Aber natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, wie es demnächst finanziell aussehen wird. Also stand von Anfang an fest, dass wir im ersten Schritt radikal unsere Fixkosten reduzieren und ich weiterhin im Bereich Social Media als Freelancer arbeiten werde. Und das hat besser geklappt als gedacht.

Eigentlich war unser Plan, nur für ein paar Wochen das Leben als digitale Nomaden zu testen. Aber schon nach kurzer Zeit stand fest, dass wir diesen Arbeitsalltag nicht mehr eintauschen wollen. Wir haben noch von unterwegs aus unsere Wohnung gekündigt und im November aufgelöst.

3. Wie sieht deine Morgenroutine aus?

Meine Morgenroutine ist Bounty. Meistens sind wir schon die Ersten im Park und ich genieße die Gassirunde mit ihr zu dieser Zeit sehr. So früh gibt es noch keinen Stress und keine Hektik. Ich genieße es, einfach in der Natur zu sein und die Gedanken frei laufen zu lassen. Wenn wir Heimkommen gibt es Frühstück und ich versuche so oft es geht, meine Gedanken und Affirmationen in einem Dankbarkeitstagebuch festzuhalten.

4. Was wolltest du als Kind werden?

Ich hatte überhaupt keine klare Vorstellung. Ganz lange war ich mir sicher, dass ich auf keinen Fall aus dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, wegziehen werde. Für mich war bestimmt bis Mitte 20 klar, dass ich dort ein Haus bauen und bis an mein Lebensende dort glücklich sein werde. Mittlerweile lebe ich das komplette Gegenteil und bin so froh, dass ich mich getraut habe, über den Tellerrand zu schauen.

5. Wer oder was motiviert dich?

Ich denke da an überhaupt keine bestimmte Person. Wir treffen über das Co-Working und unsere Reisen immer so viele inspirierende Menschen, die einfach ihren Traum leben. Menschen, die mit sich selbst und ihrem Leben zufrieden und glücklich sind. Deren Weg nicht immer geradlinig verlaufen ist und die daraus ihr eigenes Ding gemacht haben. Das motiviert mich immer wieder, den eigenen Weg zu verfolgen, ganz egal, wie außergewöhnlich er ist. Das müssen übrigens nicht unbedingt digitale Nomaden sein. Wenn jemand in einem 9-5 Job sein persönliches Glück findet, ist das auch vollkommen in Ordnung.

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6. Auf was oder wen könntest du nicht verzichten?

Auf schlechtes Wetter. Ich bin ein Mensch, der ständig draußen sein muss. Dank Hund bin ich mittlerweile auch für Regentage gut ausgestattet und eingekleidet. Aber jeden Herbst habe ich wieder mit meiner Motivation zu kämpfen.

Salat könnte ich auch problemlos aus meinem Leben streichen.

Während alle den weißen knackigen Teil lieben, ekelt es mich einfach nur davor.

7. Was bringt dich auf die Palme?

Zum einen Personen, die immer nur schimpfen und meckern, aber überhaupt nicht verstehen, dass sie die einzigen in ihrem Leben sind, die etwas verändern können. Ich möchte manchmal hingehen und diese Menschen schütteln.

Und zum anderen muss ich immer wieder schmunzeln, mit wie viel Egoismus so viele durch die Welt gehen und überhaupt nicht merken, dass sie dadurch eigentlich kein bisschen weiter kommen. Bestes Beispiel: Eine zweite Kasse am Supermarkt eröffnet. Alle rennen um ihr Leben, fahren sich die Wägen in die Hacken und kämpfen um den Platz in der ersten Reihe. Was hat man verloren, wenn man einmal zurücksteckt? Wenn wir in solchen Alltagssituationen schon nicht gelassen bleiben können, müssen wir uns auch nicht wundern, dass es so viel Neid, Missgunst und Machtgebaren in der Welt gibt.

8. Was war die größte Herausforderung auf deinem Weg?

Wahrscheinlich ich selbst. Ich hab erst viel später entdeckt, wie einfach manche Wege hätten sein können, wenn es mir einfach egal gewesen wäre, was andere denken. So mancher Umweg wäre mir erspart geblieben. Ich kann jedem nur sagen:

Wer nicht von Anfang an seinen Weg geht, geht ihn zweimal.

9. Was rätst du anderen, die einen Traum haben und er noch nicht verwirklicht ist?

Auf alle Fälle weitermachen bzw. sich in genau das Umfeld begeben, in dem Menschen sind, die genau das machen, wovon du träumst. Plötzlich ist das, was vorher so unmöglich war das Normalste der Welt. Als wir mit dem Van los gereist sind, war für uns immer klar, dass wir auf gar keinen Fall unsere Wohnung hergeben werden. Während der Reise haben wir so viele Menschen kennengelernt, für die es das Normalste der Welt war, in einem Van zu leben und keine teure Miete zu Hause zu haben. Ehe wir uns versehen haben, war unsere Wohnung ebenfalls gekündigt. Was ich damit sagen will, ist, dass man sich in so einem Umfeld automatisch in die richtige Richtung entwickelt.

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren, wie geht es weiter bei dir?

Im Moment habe ich natürlich überhaupt keine Ahnung, was mit der Geburt unseres ersten Kindes im Herbst auf mich zukommt. Dafür werden sich mit Sicherheit einige Prioritäten verschieben.

Aber ich hoffe natürlich, dass ich weiterhin zumindest ein paar meiner eigenen Projekte verwirklichen kann. Im Moment arbeiten wir ja mit Hochdruck daran, unser Dankbarkeitstagebuch “Grün und Glücklich” auf den Markt zu bringen. Darin geht es zum einen darum zu einem glücklicheren und gelasseneren Ich zu finden und zum anderen Nachhaltigkeit und Umweltschutz im eigenen Alltag zu integrieren.

Mein Traum ist es also in 5 Jahren meine Selbstständigkeit rund um “Grün und Glücklich” weiter ausgebaut zu haben und irgendwie die Balance zwischen Beruf und Familie gefunden zu haben.

11.  Ein typischer Marion-Satz:

Es gibt keinen typischen Satz. Aber Achtung, sobald ich mich in einer Umgebung wohlfühle, rede ich ohne Punkt und Komma. 🙂

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