Sarah meditiert auf Felsen am Wasser

Sarah M. Richter aus München bringt Menschen bei, wie sie besser mit Stress umgehen. Sie ist frisch gebackene Mama und ist das beste Vorbild für Achtsamkeit und das Meistern von stressigen Situationen. Sie engagiert sich ehrenamtlich für Gerechtigkeit und ihre Wohnung ist nach eigenen Angaben exotischer als ein Gartencenter. Warum verrät sie euch im Interview.

1. Mit welcher Idee hast du dich selbstständig gemacht und was war deine Motivation?

Die Berührung mit Achtsamkeit und Meditation war für mich eine lebensverändernde Begegnung – denn ursprünglich komme ich aus dem Online Marketing. Bevor ich begann zu meditieren und mich mit Achtsamkeit auseinander zu setzen fühlte ich mich wie im Hamsterrad der Marketingbranche gefangen: völlig erschöpft, getrieben von komplexen Aufgaben, ständige Erreichbarkeit, sowie andauernder Zeit- und Termindruck. Die Achtsamkeit hat mir geholfen zur Ruhe zu kommen, meine Ressourcen zu stärken und damit Lebensqualität zurück zu gewinnen. Meine Berufung ist es diesen Erfahrungsschatz und mein Wissen als Trainerin für Achtsamkeit und Stressbewältigung weiterzugeben.

Du kannst bei ihr in einem Achtsamkeitstraining oder in einem Online-Einzelcoaching lernen, wie du entspannter die Herausforderungen im Job und Alltag bewältigst. Auf meinem Blog www.achtsam.blog gebe ich außerdem Impulse für ein entspanntes und glückliches Leben.

2. Hast du auf Risiko oder Sicherheit gesetzt – also gleich Vollzeit oder zuerst Nebenerwerb?

Ich bin seit 7 Jahren nebenberuflich mit Design und Online Marketing selbstständig. Somit kannte ich mich mit Akquise und Marketing aus. Die Selbstständigkeit ist ein Sprung ins kalte Wasser – deshalb ist es gut, wenn man schon schwimmen kann. Der Weg in die Selbstständigkeit als Trainerin für Achtsamkeit und Stressbewältigung war dann nicht mehr weit.

3. Wie sieht deine Morgenroutine aus?

Nach dem Aufstehen trinke ich immer einen Slow Coffee. Es ist mehr als nur ein Kaffee – es ist eine Lebenseinstellung. Beim Slow Coffee geht es darum sich viel Zeit zu lassen und diese auch bewusst wahrzunehmen. Ich trinke meinen Kaffee mit Milch, Zimt und Kardamom, denn ich liebe den Geschmack orientalischer Gewürze. Nachdem mein Kind versorgt ist und ich gefrühstückt habe, mache ich meine Morgen Meditation. Das klappt nicht täglich, aber fast immer. Danach jogge ich eine Runde mit dem Kinderwagen durch den Park. Routinen finde ich wunderbar: Sie geben meinem Kind Sicherheit und mir als Selbstständige Struktur.

4. Was wolltest du als Kind werden?

Ich besaß als Kind eine riesige Kakteensammlung auf unserer Terrasse. Mein Vater fluchte, weil diese stacheligen Dinger ab und zu umkippten und fürchterlich stachen. Aufgrund meiner Liebe zu Kakteen wollte ich unbedingt Kakteenzüchterin werden. Ich träumte von einem riesigen Garten in einem sonnigen und heißen Land. In meinem Sukkulenten-Garten sollten meterhohe Pflanzen wachsen und von neugierigen Besuchern bestaunt werden.

Meine Freunde sagen auch heute noch: “Sarah hat keinen grünen Daumen. Sie hat eine grüne Hand.” Du kannst dir das bei mir in etwa so vorstellen, dass ich einen Samen in die Erde werfe – und wenn du mich in einem Monat besuchen kommst, wächst dort eine riesige Wassermelone. In meiner Wohnung leben mit mir, meinem Mann und meinem Baby 77 exotische Pflanzen. Schon etwas verrückt, oder?

5. Wer oder was motiviert dich?

Meine Vision ist es Menschen zu einem entspannten und glücklichen Leben zu verhelfen. Diese Vision ist so stark, dass ich nicht daran zweifle. Ich habe mir sehr viel Fachwissen durch meine Ausbildung und durch Bücher angeeignet. Was mich aber von anderen unterscheidet, ist, dass ich Achtsamkeit tagtäglich lebe. Wenn ich meinen Teilnehmern davon erzähle welche gesundheitlichen Auswirkungen Dauerstress haben kann und wie wichtig es ist Pausen einzulegen, spreche ich aus Erfahrung. Außerdem motiviert es mich extrem, dass ich positive Veränderungen im Leben meiner Teilnehmer/innen hervorrufe. Viele geben mir die Rückmeldung, dass sie ihr Leben wieder mehr genießen können, entspannter und dankbarer sind, seit sie meinen Kurs besuchen. Eine bessere Motivation gibt es doch gar nicht!

6. Auf was könntest du nicht verzichten?

Familie steht bei mir an erster Stelle. Neben meinem Mann und meinem Sohn, meinem kleinen “Buddha Boy”, mag ich nicht mehr auf meine täglichen Entspannungsübungen verzichten. Die Meditation macht mich ausgeglichen, glücklich und ruft mir immer wieder ins Bewusstsein, was mir wirklich wichtig ist.

7. Was bringt dich auf die Palme?

Ich bin ein sehr ausgeglichener Mensch. Das bringt mein tägliches Achtsamkeitstraining und mein bewusstes Leben mit sich. Aber was ich absolut nicht ausstehen kann ist Ungerechtigkeit. Schon in der Schulzeit hatte ich den ungewöhnlichen Spitznamen “Gerechtigkeit”. Mich zeichnet auch heute noch aus, dass ich in diesem Bereich sehr aktiv bin. Neben meiner Tätigkeit als Trainerin für Stressbewältigung engagiere ich mich ehrenamtlich bei einem Integrationsprojekt um Deutsch zu lernen. Ich bin Patin einer peruanischen Pflegekraft, der ich helfe, die Sprachprüfung B2 zu schaffen und somit das selbe Gehalt wie ihre Kollegen und Kolleginnen zu bekommen. Außerdem setze ich mich bei den Digital Media Women in München für mehr Sichtbarkeit von Frauen in Fachmedien, auf Konferenzen und Bühnen ein.

8. Was war die größte Herausforderung auf deinem Weg?

Definitiv meine neue Rolle als selbständige Mama. Der Spagat zwischen Muttersein, Beruf und Haushalt ist nicht immer einfach. Dennoch schaffe ich es achtsam zu sein. Aber auch das war ein Weg. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich als frisch gebackene Mama völlig überfordert war. Ich funktionierte nur noch, aber lebte nicht mehr. Wie soll ich gleichzeitig arbeiten, aufräumen, die Wäsche machen und mich um mein Kind kümmern? Und wieviel Zeit bleibt da noch für meinen Partner? Ich saß vorm Rechner, mein Kind schrie und wollte Aufmerksamkeit. Ich spielte mit meinem Kind, war aber im Kopf schon wieder bei der Wäsche oder bei der Liste für meinen Wocheneinkauf. Und ständig dieses schlechte Gewissen! Das klappte einfach nicht. Ich war frustriert. Ich besann mich auf die Achtsamkeit. Sie hatte mir schon mal geholfen, besser mit dem beruflichen Stress umzugehen. Und tatsächlich. Mit Hilfe von Achtsamkeit und Meditationen habe ich gelernt, meinen Geist auf eine Sache zu fokussieren. Ich lebe wieder und genieße den Moment. Und heute bringe ich anderen Mamis bei, wie das geht.

9. Was rätst du anderen, die sich selbstständig machen wollen?

Prüfe als Erstes, ob die Selbstständigkeit das Richtige für dich ist. Ist dir deine Freiheit und persönliche Entfaltung wichtiger als ein regelmäßiges gesichertes Einkommen? Dann leg los! Denk nicht zu viel nach, sondern mach dein Ding. Schreibe einen Business Plan und umgib dich mit Menschen, die das gleiche Mindset haben wie du.

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren, wie geht es weiter bei dir?

In fünf Jahren bin ich Speakerin auf großen Bühnen und auf dem Cover einer bekannten Fachzeitschrift. Ich freue mich dann, wenn du mich in meinem Studio für Achtsamkeit und Stressbewältigung besuchen kommst.

11. Ein typischer Satz …

“Mach dir lieber Nudeln als Sorgen”. Anderen zu helfen, im Job und Alltag entspannt zu bleiben – das ist ganz klar meine Berufung.

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