Svenja Bremer sitzt auf einer braunen Couch

Svenja Bremer, 35 Jahre aus Bonn, ist Unternehmensberaterin für Frauen mit dem Fokus auf Existenzgründung, digitale Transformation und Branding. Dazu gehören vor allem die Unterstützung bei der Ideenfindung für das eigene Business und die Entwicklung von dazu passenden Geschäftsmodellen. Die gebürtige Rheinländerin berät und begleitet Frauen dabei erfolgreiche Unternehmerinnen zu werden und stärkt ihr Bewusstsein mutig zu sein. Dabei ist es ihr besonders wichtig Frauen zum Gründungsentschluss zu motivieren.

1. Mit welcher Idee hast du dich selbstständig gemacht und was war deine Motivation?

Ich bin Unternehmensberaterin und Mentorin für Gründerinnen. Mit meiner kleinen Beratungsagentur “Maximal Consulting” unterstütze ich Frauen auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit. Dabei spielt es keine Rolle, ob man schon eine konkrete Idee hat oder nur der Vorstellung “selbstständig zu sein” endlich folgen will. Mein Workshop START-IT-NOW ist so entwickelt, dass ich ihn an die Bedürfnisse meiner Kundin anpassen kann, und sie dort abhole wo sie es am meisten braucht. Die 4 Schwerpunkte DU, BRANDING, GESCHÄFTSMODELL und FINANZIERUNG bilden dabei die Grundlage und berücksichtigen alle wichtigen Gründungsbausteine. Mir ist es unglaublich wichtig, Frauen für dieses Thema zu begeistern und ihnen zu zeigen welche Möglichkeiten es gibt sich selbstständig zu machen und aus ihren Ideen nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

2. Hast du auf Risiko oder Sicherheit gesetzt – also gleich Vollzeit oder zuerst Nebenerwerb?

Im Vollerwerb. Für mich gilt das Prinzip, entweder ganz oder gar nicht. In allen Lebenslagen. Das ist aber mein ganz persönliches Mindset. Nicht jedem würde ich dazu raten.  Meine erste Selbstständigkeit habe ich aus einem unglaublich sicheren Job bei einer Bank (den ich 12 Jahre gemacht habe) gekündigt und nur mit einem aufgelösten Bausparvertrag in Höhe von 5.000 EUR gestartet. Das klingt ein wenig nach Risiko. War es für mich aber nicht. Ich denke mir, wenn du Geld verdienen musst, verdienst du Geld. ABER (!!!) eben nur wenn du es auch richtig angehst. Aus einer Laune oder einer Not heraus eine Selbstständigkeit zu gründen, kann ganz schnell schief gehen.

3. Wie sieht deine Morgenroutine aus?

Ganz wichtig, ne Kanne grünen Tee trinken. Ich trinke nämlich keinen Kaffee und der grüne Tee hilft mir super beim wach werden. Hin und wieder schaffe ich es mich zu motivieren, ne Runde durch den Wald zu gehen. Ansonsten habe ich keine Morgenroutine, sondern starte den Tag, wie es sich für mich gut anfühlt.

4. Was wolltest du als Kind werden?

Modedesignerin, Polizistin, Hebamme, Apothekerin, Sängerin… Ich glaube, es war so ziemlich alles dabei.

Bis zur Gründung meiner Beratertätigkeit habe ich oft nach links und rechts geschaut, ob da nicht irgendwo der neue, aufregende Job auf mich wartet.

Jetzt bin ich angekommen. Nach jeder Beratung, nach jeder Ideenentwicklung, nach jeder Unterstützung lächle ich ein bisschen mehr.  Klingt wahnsinnig romantisch, ist für mich jedoch das Zeichen dafür, dass ich genau das Richtige mache und auch in Zukunft machen werde.

5. Wer oder was motiviert dich?

Mein Wille! In erster Linie ist meine Motivation intrinsisch und wird wenig von externen Faktoren beeinflusst. Natürlich sind es „meine“ Gründerinnen und auch Gespräche mit anderen Unternehmerinnen, die meine Motivation stärken, aber hauptsächlich ist es meine innere Überzeugung und mein Wille eine erfolgreiche Unternehmerin zu sein.

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6. Auf was könntest du nicht verzichten?

Klingt wie jede daher gesagte Floskel, aber es ist tatsächlich meine Familie und meine besten Freuden. Sie wissen, wie ich ticke, lassen mich sein, wie ich bin und sind für mich da, sobald ich sie brauche. Das ist so viel mehr wert als alles andere.

7. Was bringt dich auf die Palme?

Warten. Ganz besonders wenn ich auf etwas warten muss, wenn ich keine Zeit habe. Ansonsten bin ich ein sehr entspannter Mensch und finde in jeglichen Situationen etwas positives.

Ganz schlimm wird es, wenn ich dabei Hunger habe

8. Was war die größte Herausforderung auf deinem Weg?

Ein positives Image als Beraterin aufzubauen. Unternehmensberater(innen) genießen nicht den besten Ruf. Mir ist es jedoch wichtig, dass potenzielle Kundinnen wissen, dass ich mir nicht irgendeine theoretische Methode überlege und sie dann einfach bei jeder Beratung wahllos anwende. An erster Stelle steht für mich immer die Kundin und ihr Bedarf an Unterstützung. Gemeinsam entwickeln und erarbeiten wir den Weg, der für die Gründerin am besten ist.

9. Was rätst du anderen, die sich selbstständig machen wollen?

Dein Mut ist wichtig. Aber der alleine reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein. Das sage ich jetzt nicht, weil es mein Job ist, sondern aus reiner Erfahrung. Bevor du startest, solltest du dir Unterstützung suchen. Suche dir einen Sparringpartner. Suche dir jemanden mit dem du über deine Pläne sprichst. Jemanden, der diesen Weg schon mal gegangen ist. Das bewahrt dich häufig vor sehr teuren Fehlern oder hilft dir dabei schneller an dein Ziel zu kommen. Außerdem höre ich häufig. „ABER Berater sind immer so teuer.“ Nein oder besser gesagt, nicht alle. Es gibt tolle Programme, die dich dabei finanziell unterstützen und ganz viele Angebote sind kostenlos. Ich selbst bin beim BAFA und beim Beratungsprogramm Wirtschaft NRW gelistet, was bedeutet, dass es für meine Beratungen einen Zuschuss zwischen 50 – 90 % gibt.

Dein Produkt, deine Dienstleistung lässt sich nur verkaufen, wenn es dafür auch KUNDEN gibt. Nur wenn deine Zielgruppe bereit ist, dafür Geld auszugeben. Nur wenn deine Zielgruppe ein Bedürfnis für dein Angebot hat. Keine Kunden à keine Umsätze à keine Selbstständigkeit. Manchmal entwickelt sich ein Bedürfnis erst, wenn das Produkt auf dem Markt ist (siehe IPhone…), aber wenn du nach einer gewissen Zeit merkt, dass du keine Umsätze generierst, dann schmeiß deine Idee in die Tonne und konzentriere dich auf etwas Neues.

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren, wie geht es weiter bei dir?

Neben meiner Selbstständigkeit als Beraterin plane ich noch ein digitales Produkt, das soll spätestens in 5 Jahren erfolgreich am Markt platziert sein. Zusätzlich möchte ich gerne als Dozentin tätig sein. Mit ist es super wichtig, jungen Menschen die Möglichkeiten einer Selbstständigkeit aufzuzeigen und sie darauf vorzubereiten.

11.  Ein typischer Svenja-Satz:

Das gibt es zwei:

– Was in deinem Kopf klar ist, ist noch lange nicht für andere klar.

– Verliebe dich nicht in deine Ideen.

Den Satz habe ich irgendwann mal von einem Designer gehört. Er war eigentlich auf die Skizzen seiner Arbeit bezogen. Ab diesem Moment habe ich ihn aber auch für mich und meine Gründerinnen übernommen. Ganz häufig haben wir tolle Ideen im Kopf, die uns nicht mehr loslassen und die wir unbedingt in die Realität umsetzen wollen. Das ist gut, denn ohne Leidenschaft kommen wir nicht ans Ziel. DENNOCH sollten wir ein wenig Distanz zu unseren Ideen haben. Hin und wieder kommt es nämlich vor, dass diese Ideen weiterentwickelt werden müssen oder sogar aus unseren Gedanken gelöscht werden sollten. Aus dem einfachen Grund, weil sie keinen Adressaten haben und sich niemand dafür begeistern lässt.

Also – halte an deinen Ideen fest aber vergiss sie nicht loszulassen, wenn du merkst, dass sie keinen Erfolg haben.

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